Sonntag, 7. August 2016

Sieben Sachen #14

Zwei Wochen war ich nicht dabei, nun habe ich es wieder geschafft, sieben Sachen festzuhalten, für die ich heute meine Hände benutzt habe. Die Idee dazu hatte einst Frau Liebe, nun werden die sieben Sachen bei Anita von Grinsestern gesammelt.

Mein heutiger Sonntag war bisher sehr gartenlastig. Nach einer Woche vorm Bildschirm musste ich mich mal ein bisschen austoben und das Internet war heute sowieso frustrierend langsam, da hätte mich die Schreibarbeit nur unnötig genervt. 


1. Erdbeerpflänzchen gezählt. Das ist jetzt mein fünfter Versuch, (Wald-)Erdbeeren in den Tropen anzubauen. Warum es bisher nicht geklappt hat? Die Nachbarshühner, die Katzen und ich haben erfolgreich jeden Topf umgeworfen oder in der Sonne vergessen, einmal war's auch irgendeine Pilzkrankheit. Über das dritte Blatt sind wir jedenfalls noch nicht herausgekommen, aber diesmal muss es einfach klappen. Ich hab nämlich schlimme Erdbeervermissung und nach einem Jahr auf dem Erdbeerfeld bin ich wählerisch geworden – Supermarkterdbeeren schmecken auch in Indonesien nach nichts. 'Mieze Schindler', 'Senga Sengana' oder 'Asia' (tomatengroße Früchte!) sind davon geschmacklich ein Universum entfernt. Zum Glück hatte ich noch ein paar Samen, die sind jetzt schon über ein Jahr alt und haben immer noch eine erstaunlich gute Keimrate. 


2. Eine panaschierte Acalypha indica entdeckt. Die Blattmusterung entsteht durch eine Mutation, die durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden kann. Hatten wir mal ausführlich im Studium. Diese hier hat auch einen Virus, das sind die runden Flecken an den unteren Blättern. Das ist übrigens die Pflanze, deren Wurzeln unsere Katzen vollkommen ausrasten lässt, schlimmer als Katzenminze. Da wird drauf rumgekaut, sich darin gewälzt und an meinem Bein hochgeklettert, wenn ich die zermantschte Pflanze wegschmeißen will. Die hier kriegen sie aber nicht!


3. Manfred auf Beobachtungsposten aufgestöbert. Von sicheren Töpfen umgeben späht Manfred die Nachbarskatzen und -hühner aus. Neuerdings gibt es auch eine traurige schwarze Ente, die steht immer nur da und wünscht sich wahrscheinlich in die Mitte eines kühlen Sees und zu ihren Entenfreunden. Die Pflanze ganz rechts ist übrigens der einzige überlebende Granatapfel. In der Mitte wächst das, was man bei Ikea als Glücksbambus kaufen kann und im scheinbar leeren Topf oben links habe ich zum wiederholten Mal Sonnenblumen und Kapuzinerkresse gesät. Beides keimt zwar schnell, wird dann aber entweder von Schnecken gekillt (Sonnenblume) oder krepelt vor sich hin (Kapuzinerkresse). Aber solange ich noch Saatgut habe, ist auch noch Hoffnung da!


4. Balinesischen Kaffee getrunken. In einem kleinen Café am Fluss, nicht weit von unserem Haus. Haben wir erst letzte Woche entdeckt und es ist wirklich gut da, es gibt auch leckeres Essen (Nasi goreng! Frittierte Bananen!). Mit Arthur ist es immer ein bisschen schwierig, er ist ja Koch und hat fast überall etwas auszusetzen. Hier war er bisher zufrieden, das ist also ein echtes Lob. 


5. Die gestrigen Ausgaben notiert. Seit März schon führe ich eine Excel-Tabelle mit unseren Ausgaben und bin von meiner Disziplin selbst ein bisschen erstaunt. Im Juni gibt es ein paar Lücken, da war ich mal schlampig, aber ansonsten habe ich einen sehr guten Überblick über unseren Haushalt. Momentan brauchen wir ca. 4 Millionen Rupiah im Monat, das ist natürlich unschlagbar. 


6. Vielerlei Gartengeräte benutzt. Unser Vorgarten ist ein mittlerer Dschungel. Das Gras steht kniehoch, dazwischen wächst mir unbekanntes Kraut mit tiefen Wurzeln, die man kaum aus dem Boden kriegt. Da muss man ordentlich drauf kloppen und darum ist das eine prima Beschäftigung, um mal ein bisschen Dampf abzulassen. Nach einer halben Stunde war ich total kaputt, leider sieht man noch nicht viel Veränderung. Bis in zwei Wochen will ich den Garten schick haben, dann ist nämlich der indonesische Unabhängigkeitstag und die Nachbarn schmücken und putzen jetzt schon. Da wäre es schön, wenn auch unser Urwald verschwunden ist – nicht das uns noch einer (wie bereits angedroht) RoundUp draufkippt. Beim nächsten Einsatz muss ich auf jeden Fall Autan benutzen, ich wurde nämlich von einer riesigen Pferdebremse attackiert.


7. Ringelblumen pikiert. Ein alter Bleistift ist wirklich ein prima Ersatz für ein Pikierstäbchen! Die Ringelblumen wachsen wirklich gut, ich hoffe sehr, dass sie es bis zur Blüte schaffen und ich Samen ernten kann. Viele Wurzeln haben sie ja nicht, aber das wird sicher noch.

So, das war mein Sonntag bisher. Ein bisschen aufregend wurde es, als Manfred einen Gecko gefangen hat, gerade als wir beim Mittagessen saßen. Wie Eidechsen werfen auch Geckos ihren Schwanz ab, um den Gegner abzulenken – der zappelt dann noch eine Weile. Zum Glück konnte ich das arme Reptil befreien und die Katzen wegsperren, so dass er, leicht zermatscht, entkam. 

Jetzt werde ich meine Gartensachen waschen und dann mal sehen, was der Abend noch so bringt. 

Habt eine schöne Woche!

Kommentare:

  1. So viel gearbeitet heute! Bei dir habe ich einiges in Sachen Garten gelernt. Danke.
    liebe Grüsse
    Milena

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    1. Liebe Milena,
      ach, so viel war's ja gar nicht, immerhin hatte ich viel Zeit zum Fotos machen :) Schön, dass dir mein Eintrag gefällt!
      LG
      Steffi

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