Montag, 2. Mai 2016

Montagsblog Nr. 11

Es ist Mai und ich vermisse den Frühling.

In Indonesien gibt es keine vier Jahreszeiten. Es gibt Regenzeit und es gibt Trockenzeit und so ein bisschen die Übergänge dazwischen, aber abgesehen vom Niederschlag gibt es da nicht so große Unterschiede, zumindest für mich nicht. In der Trockenzeit ist es nachts manchmal etwas kälter, die Luft ist trockener und das satte Grün der Reisfeld weicht nach und nach einem staubig-sandigen Braun.  Auch die Tage sind immer etwa gleich lang: Die Sonne geht gegen 6 Uhr auf und gegen 18 Uhr wieder unter. Natürlich schwankt das im Jahresrhythmus, aber nicht viel. Im Grunde genommen fühlt sich ein Tag im Dezember nicht sehr viel anders an, als einer im Juni, klimamäßig gesehen. 

Doch so langsam beginne ich, den Wechsel zwischen Frühling, Sommer, Herbst und Winter zu vermissen. Dieses Gefühl, wenn es abends länger hell ist. Wenn die ersten Schneeglöckchen blühen und dann die Obstbäume und man auf einmal im T-Shirt rausgehen kann. Der Geruch von milder Frühlingsluft oder der schwere erdige Duft des Herbstes. Das Leben mit den Jahreszeiten prägt sich tiefer an, als man denken mag. Alles ist darauf ausgerichtet, gerade für mich als Pflanzenfrau. 

Natürlich gibt's das alles hier auch. Es gibt die "Es ist Mangozeit"-Freude und so ganz langsam erkenne ich die Anzeichen der nahenden Trockenzeit (Wanzen und fiepsende Zikaden), aber es ist ein anderes Gefühl. Vielleicht ist die Frühlingsvermissung einfach nur ein bisschen wie Käsevermissung. Sie existiert, aber grade kann ich auch ohne. Immerhin kann ich Blümchen pflanzen, wann immer ich will!


Zum Beispiel Durian...


… oder Drachenfrucht.


Da staunt der Manfred :)

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