Donnerstag, 5. Mai 2016

Indonesisch kochen mit Steffi: Kwetiau goreng

In dieser Blogreihe werde ich nach und nach meine Lieblinge der indonesischen Küche vorstellen und euch zeigen, wie man sie kocht. Leider sind mein Wissen und meine Fähigkeiten noch recht begrenzt, doch mit einem Koch als Freund lerne ich immer wieder dazu.

Heute gibt es kwetiau goreng, gebratene Bandnudeln aus Reismehl. Dieses Gericht stammt eigentlich aus China, dort heißt es shahe fen und wurde von chinesischen Einwanderern nach Indonesien gebracht. Kwetiau gibt es meistens in den Warungs, die auch nasi goreng, mie goreng, magelangan und cap cay verkaufen. Die heißen dann etwa "Bakmie Surabaya" oder "Bakmie Java", je nach Kochstil. Leider schmeckt es mir dort oft nicht, so dass ich mich selbst an den Herd gestellt habe. Da kann ich mir dann auch sicher sein, dass weder MSG noch Fischsoße in meinem Essen landen. 
Hier also das Rezept. Genaue Mengenangaben kann ich euch leider nicht machen, ich koche eher so aus dem Bauch heraus. Ich koche hier eine vegetarische, nicht-scharfe Variante. Man kann natürlich auch Fleisch seiner Wahl und/oder Chili mit einbauen.

Die Gerätschaften:

Einen Wok.

Einen kleinen Topf oder eine Schüssel mit Wasser.

Eine Zange zum Kochen. Eine Spaghettizange geht auch.

Außerdem Pfannenwender, Messer usw., das übliche Kochzubehör eben.

Die Zutaten (für etwa 2 – 3 Portionen):

Gemüse nach Wahl. Bei mir gab es drei kleine Pak choi, ein Stück Kürbis, einen halben Weißkohl (indonesische Größe) und Reste von gestern.


Knoblauch nach Wunsch (mein Knoblauch steht in Öl eingelegt kochfertig im Kühlschrank, weil meine Haut auf frischen Knoblauchsaft mit spontaner Blasenbildung reagiert). Zwiebeln oder Schalotten passen ebenfalls.


Ein Ei. Für die vegane Variante einfach weglassen.

Kecap manis (indonesische süße Sojasauce). In Deutschland unbedingt im Asiamarkt kaufen, denn was im Supermarkt unter Kecap / Ketjap manis verkauft wird, ist viel zu dünnflüssig und hat nicht viel mit der dicken süßen Sojasauce zu tun, die ich mir hier so gern übers Essen kippe. In manchen Marken ist allerdings Mononatriumglutamat drin.

Eine Packung Kwetiau. Das Rezept klappt auch mit Mie-Nudeln.

Salz & Pfeffer

Öl zum Braten








Die Zubereitung:

Gemüse waschen und kleinschneiden. Diese Pak-choi-Strünke sehen immer so hübsch aus. Sie würden bestimmt wieder austreiben, wenn man sie in ein bisschen Wasser stellen würden.









Wasser im Wok erhitzen und die kwetiau darin 2 – 3 Minuten lang al dente kochen. 











Anschließend in dem kleinen Topf oder der Schüssel in kaltem Wasser kurz abschrecken, abtropfen lassen und beiseite stellen. 
Wichtig: Kochwasser nicht weggießen, das brauchen wir gleich noch.







Den Wok trocknen, das Öl darin erhitzen und den kleingehackten Knoblauch kurz andünsten. 











Dann das Ei dazugeben und ordentlich rühren, bis es nach gekochtem Ei riecht. Ein schwer zu beschreibender Geruch, merkt man dann schon. 










Wenn das Ei fertig ist, etwa 2 EL kecap manis dazugeben, kurz weiter braten und dann mit dem Kochwasser der Nudeln ablöschen. Fragt mich nicht, wie viel Wasser genau, auf dem Bild kann man's ungefähr abschätzen. Noch Salz und Pfeffer dazu und kurz köcheln lassen. 







Diese braune Suppe ist der bumbu, ein schönes Wort, das ich nicht genau übersetzen kann. Eigentlich heißt es wohl "Gewürz" bzw. "Gewürzmischung", aber Arthur nennt auch die Grundlage für verschiedene Gerichte immer so und ich mag es einfach. Bumbu!







Jetzt kommt das Gemüse dazu. Am besten nicht alles auf einmal, sondern entsprechend der Garzeit.
In meinem Fall wäre die Reihenfolge: Kürbis, Stiel vom Pak Choi, Kohl und zum Schluss die Blätter vom Pak Choi und das Gemüse von gestern. Wie man sieht, habe ich das nicht gemacht und es war trotzdem lecker.





Gleich sind wir fertig! Wenn das Gemüse soweit ist, kommen noch die Kwetiau in den Wok und dann wird vorsichtig gerührt. Sollten die Nudeln aneinander oder am Wok kleben, einfach noch ein bisschen Wasser dazu tun. Im besten Fall ist noch genug Flüssigkeit vom Bumbu da und die Nudeln saugen sich damit so richtig schön voll. 






Geschafft! Mit der Spaghettizange die Nudeln auf einem Teller anrichten. Wer mag und wem keine Gottesanbeterin im Weg sitzt, der brät oder kocht noch ein Ei dazu. 









Ansonsten: Gottesanbeterin fotografieren und rausfegen (heimlich, damit die Katze nichts merkt) und dann das Ei kochen.















Selamat makan!

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