Montag, 18. April 2016

Montagsblog Nr. 9

Der heutige Montag begann früh und ein bisschen stressig, dann nach einer langen Pause durfte ich mal wieder im Kantor Imigrasi mein Visum verlängern. Das letzte Mal war ich doch tatsächlich im Dezember dort und ich hab's nicht wirklich vermisst. Schwierig ist es ja nicht, aber mit viel Papierkram verbunden. Ob ich es wohl diesmal schaffe, alle Papiere für die kommenden drei Verlängerungen vorzubereiten, so dass dann nur noch das Datum ergänzt werden muss? Immerhin brauche ich jedes Mal eine Kopie von: Meinem Pass, dem Visum im Pass, einem evtl. Verlängerungsstempel, Arthurs Ausweis und meinem Rückflugticket, außerdem müssen drei Formulare ausgefüllt werden. Es hat aber alles gut geklappt, wir mussten nur eine Weile warten. 

Letzte Woche haben wir einen kleinen Ausflug in den Norden Yogyakartas in die kleine Stadt Kaliurang gemacht. Dort war ich schon ein paar Mal, zum Beispiel im Museum Merapi oder auf einer Jeeptour. Kaliurang liegt höher als Jogja, so dass ich auf dem Weg dorthin richtig Druck auf den Ohren hatte. Die Luft ist kühl dort und man sieht keine Reisfelder mehr, aber dafür jede Menge andere Pflanzen. Bei längeren Fahrten unterhalte ich mich ja immer mit dem Spiel "Feldfrüchte raten", das klappt in Deutschland genauso gut wie hier. Es gab Kaffee, Salak, Schlangenfrüchte, Kakaobäume und Kayu Putih (Cajeput) zu sehen. Cajeput ist ein Baum aus dem das in Indonesien äußerst populäre minyak kayu putih hergestellt wird, ein leicht nach Eukalyptus riechendes ätherisches Öl, das bei Erkältung, Muskelschmerzen, Übelkeit und masuk angin (Wind drin) hilft. Und gegen Moskitos natürlich auch! Man findet es in jedem Haushalt und auch bei uns, nur leider hatten wir es auf unserem Ausflug nicht dabei und wurden sofort von zahlreichen Mücken überfallen. Eigentlich wollten wir im Wald spazieren gehen, aber der Eintritt war, wie bei vielen Attraktionen, für nicht-Indonesier übertrieben hoch: Locals bezahlen 6.000 Rupiah, alle anderen 151.000 Rupiah und am Wochenende noch mehr. Da hatten wir dann doch keine Lust drauf, und es wollte uns auch keiner glauben, dass ich mein Kitas (Visum zur begrenzten Aufenthaltsgenehmigung, kriegt man nur, wenn man hier arbeitet oder eine_n indonesische_n Ehepartner_in hat) zu Hause vergessen hätte. Dafür waren wir noch an einem anderen Aussichtspunkt und haben einen Regenbogen-Eukalyptus gesehen. 

Ansonsten waren die letzten Tage sehr von Ninas Stimme geprägt. Die kleine Mieze ist nicht mehr so klein und ein bisschen verspätet in die Pubertät gekommen: Sie ist rollig. Irgendwie war sie das schonmal, für ein oder zwei Tage und nur ein bisschen, aber diesmal lebt sie es so richtig aus. Sie grölt die ganze Nachbarschaft zusammen, rollt hingebungsvoll herum und robbt durch die Gegend, dass es eine wahre Freude ist. Außerdem hat sie schon zweimal in die Ecke gepinkelt. Leider haben wir gerade nicht genug Geld, um sie kastrieren zu lassen, darum muss ich gleich ganz viel schreiben, denn noch einmal halten wir das wohl alle nicht aus. Immerhin hat die Sache etwas gutes: Normalerweise kuschelt sie gar nicht gern (und dabei ist sie sooo weich und fluffig, dass man sie ständig beschmusen will), aber in diesem, ihren Hormonen willenlos unterworfenen Zustand kann man sie nach Lust und Laune herumtragen und flauschen. 

Außerdem habe ich zum dritten Mal in meinem Leben Durian gegessen und entschieden, dass diese gemüsige, zwieblig duftende Frucht nicht unbedingt mein Lieblingsobst aber durchaus genießbar ist. Die Kerne wanderten direkt in einen Topf, genau wie die des Apfels von vor zwei Wochen, von denen einer bereits gekeimt ist.

Und nun back to writing! 

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