Montag, 28. März 2016

Montagsblog Nr. 6

Den heutigen Montag verbringe ich in Arthurs Café La Patate, weil das Internet hier so gut ist und er nur bis 20 Uhr arbeiten muss. Gerade lade ich "Magical Mystery oder die Rückkehr des Karl Schmidt" herunter, ein ganz wunderbares Hörbuch vom Autor Sven Regener gelesen. Eigentlich habe ich das schon, aber mir fehlt CD 2 und darum habe ich es noch einmal in der Onleihe ausgeliehen. Lustig ist, dass wenn ich Herrn Regeners wirklich markanter Stimme eine Weile lausche, er dann auch in meinem Kopf zu reden beginnt. Und plötzlich werden alle meine Sätze so Herr-Lehmannesk, stark ist das, so verschachtelt und irgendwie sich im Kreise drehend, dass man gar nicht mehr weiß wie das jetzt eigentlich passieren konnte. 

Der Tag begann damit, dass ich einem Frosch wehgetan habe. Dazu muss man wissen, dass ich vorgestern zwei Sonnenblumen vom Topf in den Garten gepflanzt habe und gestern irgendeine hungrige Raupe eine der Sonnenblumenpflänzchen komplett aufgefuttert hat. Vielleicht waren sie auch zu zweit, es ging jedenfalls sehr schnell und alles was übrigblieb, war ein trauriger, aus der Erde ragender Strunk. Das sollte nicht so bleiben! Zum Glück hatte ich noch etwas Sonnenblumennachschub und wollte Ersatz pflanzen. Dazu musste natürlich ein Loch in die, vom letzten Mal graben noch weiche Erde gebuddelt werden. Leider dachte ein Frosch, dass die weiche kühle Erde ein perfektes Plätzchen sei, um bis zum nächsten Regen zu warten und vergrub sich darin. Und mit der Schippe hab ich ihn dann leider erwischt, was mir sehr leid tat, aber das konnte ich ja nicht ahnen. Ich hoffe sehr, dass er sich irgendwo auskurieren kann. Die Sonnenblume habe ich trotzdem gepflanzt, diesmal eine größere, damit eine eventuell hungrige Raupe satt ist, bevor sie die ganze Pflanze aufessen kann.

An Karfreitag waren wir in Arthurs Kirche, die auf einem nahen Hügel liegt, zum Gottesdienst. Auch wenn das Gebäude sehr offen ist und durch zeltartige Dächer vergrößert wurde, war es sehr voll und stickig. Zum Glück hatte ich einen Fächer dabei, den es mal bei einer Hochzeit als Gastgeschenk gab. Letztes Jahr waren wir auch schon zum Karfreitagsgottesdienst und damals wurde die gesamte Passionsgeschichte auf javanesisch gesungen, da hab ich nichts verstanden. Dieses Mal war es auf indonesisch und weil man am Eingang ein kleines Heft mit allen Texten drin kriegt und ich die Story ja auch kenne, habe ich einiges verstanden und ein paar neue Worte gelernt. 

Ostern selbst war irgendwie Alltag. Ich habe fleißig geschrieben und Arthur war arbeiten, also nichts anders als sonst. Mir fehlt da auch nichts und es ist auch irgendwie nicht so schlimm, dass keine Feiertagsstimmung aufkommt, das ist an Weihnachten anders. 

So sieht unser Garten jetzt aus. Die Lücke links ist mittlerweile auch zu.
Das blaue ist mein Regenanzug :)

Das war beim Ogoh Ogoh am balinesischen Neujahr.

Letztens wollten wir nur neuen Arbeitsspeicher für meinen Rechner kaufen und sind dabei überraschend auf einen Coffeeshop mit dieser überwältigenden Aussicht gestoßen. Ohne die Wolken hat man sicher einen herrlichen Blick auf den Merapi.

Manfred benutzt meine Klarinette gern als Kissen. 
Die kleinen Wüstenrosen. Ich hab sie tiefer gepflanzt, damit sie schön dicke Stämme kriegen. Irgendwie find ich die Dinger wirklich toll.

Nina liebt es, im Garten herumzuschnüffeln und durch ein Loch im Zaun das Geschehen auf der Straße zu beobachten. Ruft man masuk (komm rein), kommt sie meistens zurück ins Haus.


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