Montag, 21. März 2016

Montagsblog Nr. 5

Heute ist ein komischer Tag. Eine letzte Woche bereits als überstanden abgehakte Erkältung hat sich gestern überraschenderweise zurückgemeldet, so dass ich den Großteil des Tages liegend verbracht habe. Hier braucht man wirklich ein starkes Immunsystem, weil die meisten Leute dem Husten und Niesen kraftvoll frönen und keinerlei Hemmungen haben, ihre Bakterien und Viren und was weiß ich nicht noch alles durch die Gegend zu sprühen. Sehr wahrscheinlich ist es der grässliche Männerschnupfen, mit dem Arthur bis vor wenigen Tagen darniederlag. 

Aber egal. Ich habe ja dank Onleihe und eBook-Reader ausreichend Lesestoff und gegen die Halsschmerzen helfen die Lutschtabletten, die mir in einer kleinen Apotheke mit den Worten "Die sind lecker!" verkauft wurden. Obwohl ich mich da auch irren kann, enak heißt nicht nur lecker in Bezug auf Geschmack, sondern auch sich gut fühlen oder so. Es kann also auch heißen, dass ich mich mit den Tabletten schon bald besser fühlen werde. 

Ansonsten ist nicht viel passiert. Ich bemühe mich, wieder in einen guten und produktiven Arbeitsrhythmus zu finden, was nicht ganz einfach ist. Meine beste Zeit ist nämlich vormittags, während Arthur erst um 16 Uhr zur Arbeit fährt. Das heißt also, dass er dann die ganze Zeit im Haus herumpipelt und ich mich kein bisschen konzentrieren kann, weil er dazu so gern laut Radio hört, da helfen nicht mal Ohropax. Wahrscheinlich muss ich mir wieder angewöhnen, immer mal woanders zum Arbeiten hinzufahren und auch mal die Unibibliothek abchecken. Leider gibt es hier in Jogja noch keinen Co-Working-Space, wie sie in anderen Digitale-Nomaden-Hochburgen wie Pilze aus dem Boden schießen. Und in Cafés ist es ja auch nicht grade ruhig und manche machen auch erst nachmittags auf und dann muss man da ja auch was kaufen. Zum Glück habe ich mein Internet ja immer dabei und bin nicht auf Hotspots angewiesen. Naja, erstmal wieder gesund werden.

Im Garten läuft es ganz gut. Bis auf die Ringelblumen sind mittlerweile alle Samen gekeimt. Am meisten gefallen mir ja die Sämlinge von Adenium obesum, die wie kleine dicke Bäumchen in ihrem Topf herumstehen. Die Granatapfelkerne, die ich aus einem Bio-Granatapfel gepult habe, den ich in der Dresdner Neustadt gekauft habe, zeigten erst so gar kein Lebenszeichen, bis ich entdeckt habe, dass das ja Lichtkeimer sind. Schon einen Tag nach dem ich sie ausgebuddelt und oben auf der Erde abgelegt hatte, gingen sie voll ab. Achja, auf Avocado und Feigen warte ich noch. Mein Feigenbäumchen steht noch bei Arthurs Mama (ein Glück, sonst wäre es auch weg gewesen!) und gedeiht dort ganz prächtig. Es hat sogar zwei Blüten angesetzt, wenn jetzt noch zwei passende Schlupfwespen vorbeikommen, gibt's bald Obst! Feigen sind übrigens streng genommen nicht vegetarisch, weil eben jene Bestäubung versprechenden Schlupfwespen in der Blüte sterben. Man sieht die aber nicht, sie sind ganz klein und Feigen sind trotzdem lecker. 

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