Montag, 14. März 2016

Montagsblog Nr. 4

Und weiter geht's mit den montäglichen News!

Während der letzten Woche wurden die Bauarbeiten in und um unser Haus beendet. Das Vordach ist repariert, der Garten umzäunt, die Küche gefliest, es ist ein Traum. Ich habe neue Pflanzen gekauft, nämlich Rosmarin und einen mir unbekannten Strauch in vierfacher Ausführung, um damit vor dem Haus eine Art Hecke zu gestalten. Vor dem Haus ist nämlich eine brache Fläche, die gerade vom Betonanmischen voller Sand ist und dadurch zu einer Art Nachbarschaftskatzenklo verkommt. Da muss rasch begrünt werden, sonst wird das nur noch schlimmer. Ein Hibiskus (der heißt hier bunga sepatu – Schuhblume!) soll dort auch hin und mein Guaven-Baum, der langsam zu groß für seinen Topf wird. Ausgesät hab ich auch schon ordentlich, nämlich Basilikum, Petersilie, Granatapfel, Drachenfrucht, Wüstenrose, Ringelblume und Sonnenblume. Der Basilikum ist immer als erster da, vorgestern ausgesät, heute schon das erste Blatt da, der ist flott.

Letzen Mittwoch war das balinesische Neujahr, hari nyepi, ein Tag der Stille. Einen Tag vorher ist aber großes Tamtam, da werden riesige Figuren, die die Dämonen des alten Jahrs darstellen, durch die Straßen getragen und anschließend verbrannt. Und weil man in Jogja Kultur mag, gab es hier erstmalig auch einen solchen Umzug. Es wurden aber nicht nur Ogoh-ogohs herumgetragen, es gab auch einige Militärkapellen zu bestaunen und auch die Soldaten des Kratons waren dabei. Das Ganze war also nicht sehr balinesisch, aber lustig anzusehen. Danach gab es noch einen Kaffee mit einer Freundin und später waren wir sogar noch im Mirota Batik und ich habe eine neue Pluderhose gekauft, die sehr gemütlich ist. Einen Haken hatte sie aber: Sie sah von allen Seiten gleich aus, man konnte "hinten" und "vorne" nicht unterscheiden. Da hatte ich sie schon ein paar Mal mit dem Po vorne an, das sah lustig aus. Damit ist jetzt aber Schluss, denn gestern hab ich gleich ein Loch reingerissen, als ich am Motorrad hängengeblieben bin. Jetzt weiß ich immer, dass das Hosenbein mit dem Flicken nach rechts muss. 

Seit zwei Tagen haben wir mal wieder kein Wasser. Erst dachten wir, es läge an den aktuellen Überflutungen, durch den vielen Regen sind die Flüsse angeschwollen und haben viele Häuser in der Stadt überschwemmt. Hier wird einem ja auch nie Bescheid gesagt, wenn das Wasser abgestellt wird, sondern es ist einfach keins da. Anscheinend wurde aber ein neues Wohngebiet ans Netz angeschlossen und darum ist der Wasserdruck kaum mehr vorhanden. Manchmal ist aber doch ein kleines bisschen Wasser da, also lassen wir alle Hähne offen und hoffen auf ein kleines Rinnsal, das unseren Badewasservorrat füllt. Aus diesem Grund bin ich heute auch bei Arthur im Café. Hier kann ich ganz gut arbeiten und auf dem Rückweg halten wir bei seiner Mama an, um duschen zu gehen. Gestern war ich auch schon hier und habe nebenbei den Verlauf der Landtagswahlen im allgemeinen und in Sachsen-Anhalt im besonderen verfolgt. Darauf war ich schon seit meiner Briefwahl sehr gespannt. Noch immer kann ich nicht fassen, wie viele dumme Menschen es gibt, die sich für Fremdenhass und Abschottung entscheiden. Wütend macht es mich, dass eine Partei so viele Stimmen bekommen hat, die sich gegen Zuwanderung nichtdeutscher Menschen ausspricht, gegen ein buntes, vielfältiges und offenes Land. Wie kann es nur sein, dass eine Partei so viel Angst und Hass schüren kann und damit auch noch so erfolgreich ist? Und gleichzeitig häufen sich die Übergriffe auf nichtdeutsch gelesene Menschen und auf Flüchtlingsunterkünfte, man  möchte brechen. Da regt sich dann der Trotz in mir, dann kriegt ihr eben kein indonesisches Restaurant in Magdeburg, so sieht's nämlich aus. Dann bleib ich einfach hier! Also nicht, dass das grad zur Debatte steht, aber jetzt erst recht nicht. Pah! Wir haben zwar in Magdeburg und überhaupt während unseres Deutschlandbesuchs nur gute Erfahrungen gemacht, aber ich war viel mehr auf der Hut als sonst. Ein seltsames Gefühl.

Das mit dem Schreiben klappt wieder ganz gut, ich hab ein paar Tage gebraucht, um wieder reinzufinden und dann war noch kurze Erkältungspause, aber jetzt bin ich wieder motiviert und voller Ideen. Diese Freiberufler-Dasein ist wirklich toll und meine Selbstdisziplin wird immer besser. Es gibt aber immer noch Tage, an denen einfach jeder Satz blöd aussieht und klingt und überhaupt doof ist. Daran muss ich noch arbeiten, dann trotzdem nicht aufzugeben, sondern irgendwie durchzuziehen, am schönen Klang kann ich dann immer noch feilen. 


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