Donnerstag, 10. März 2016

Ein Monat im Winter.

Da sind wir also wieder, zurück im Sommer nach einem Monat im Winter. So läuft das bei mir ja schon länger, dass ich die Übergänge zwischen den Jahreszeiten auf ein paar Flugstunden verkürzt habe. Jahreszeitenhopping quasi. Irgendwann will ich auch mal wieder richtigen Frühling erleben und lange Sommertage. Wir haben hier ja ununterbrochene Tag- und Nachtgleiche, mehr oder weniger jedenfalls. 

Schön war es in Deutschland. Kalt, aber schön. Arthur hat Schnee gesehen und weiß jetzt, das 20 Grad eigentlich doch recht warm sind. Er war im Schweinefleischhimmel und ich habe in Käse geschwelgt und sicher ein, zwei Kilo Camembert verspeist, die ich noch immer mit mir herumtrage. Das haben mir sowohl Arthurs Mama als auch die Ibu, bei der wir ab und zu spät abends Gudeg essen, sofort angesehen. Dabei ist es nun wirklich nicht verkaufsfördernd, mir vor der Bestellung kohlenhydratreichen Essens zu erzählen, wie fett ich doch geworden bin. Nein, ganz und gar nicht, liebe Ibu. Mach's lieber wie beim letzten Mal, lächeln und nichts sagen, dann nehme ich auch ein zweites Stück Tempe!

Nun sind wir schon über eine Woche hier und es war schon wieder so viel los, dass es mir viel länger vorkommt. Dabei hatte ich bis gestern immer noch Jetlag! Wir haben den Mietvertrag für unser Haus für ein Jahr verlängert, hier zahlt man ja immer jahresweise. Und wir bezahlen nur sensationelle drei Millionen. Das darf man ja nicht mal umrechnen, so billig habe ich ja nicht mal in Halle gewohnt! Die Miete wird immer gleich in das Haus selbst investiert, und so haben wir jetzt endlich endlich einen gefliesten Küchenfußboden. Nie mehr in Flip Flops kochen! Endlich ein staubfrei(er)es Haus! Und dann wurde auch noch eine Mauer am Grundstück endlang gebaut und unser Gärtchen mit großen, zum Zaun umfunktionierten Plastikplatten von den Blicken neugieriger Nachbar_innen abgeschirmt. Und nicht nur ihren Blicken! Als wir nämlich vom Flughafen nach Hause kamen, kam mir mein Gärtchen irgendwie so leer vor und nach kurzem Nachdenken (mein Gehirn war müde) entdeckte ich auch warum: Alle meine Pflanzen waren weg. Die leeren Töpfe auch. Und einige Blümchen lagen halbtot herum, während ihre Behältnisse davongetragen worden waren. Meine Petersilie! Die Wüstenrose, deren Samenentwicklung ich so herbeigesehnt hatte! Die Drachenfrüchtchen! Alle weg! Arthur äußerte gleich einen Verdacht, ich wiegelte ab. Unschuldig bis zum Beweis der Schuld und so. Der kam aber schnell, der Beweis, nämlich auf der Fahrt zum Mittagessen. War das nicht meine Wüstenrose, dort, vorm Haus der Nachbarin? Tatsache! Sogar die Samenschote, die ich mit Bindfaden umwickelt hatte, war noch da. Die anderen Töpfe und ihre Bewohner konnte ich aber leider nicht wieder finden. Dafür habe ich jede Menge neue Kästen und Gefäße gekauft und werde in Zukunft hinter verschlossenen Türen gärtnern. 

Die Katzen haben die Zeit ohne uns auch gut überstanden, auch wenn sie in der Gesellschaft vieler Hunde und immer eingesperrt waren. Manfred hatte ein paar Dreadlocks und Nina war am Anfang ein bisschen kratzbürstig, aber die mitgebrachten Leckerlis haben sie schnell wieder versöhnt. Jetzt sind sie wieder rund und glücklich. Nur Manfred ist ein bisschen dünn und scheint manchmal Sodbrennen zu haben, das müssen wir mal von unserer Tierärztin checken lassen. 

Fleißig war ich auch schon wieder. Ein Geschäftskonto und eine Steuernummer zu haben, das motiviert ordentlich, da hab ich einiges geschafft in den letzten Tagen.

Es fühlt sich wirklich gut an, wieder hier zu sein.

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