Montag, 4. Januar 2016

Montagsblog Nr. 1

Ich habe mir vorgenommen, jeden Montag über die vergangene Woche zu berichten. Das hat gar nicht so sehr mit Neujahr zu tun, ich betrachte es eher als Fingerübung, um für meine Schreibarbeit warm zu werden.

In der letzten Woche war es sehr heiß und es hat fast gar nicht geregnet, nur einmal nachts. Dafür beginnt es gerade heftig zu regnen. Unser Küchendach ist aus Metall und dort ist es bei Regen immer sehr laut. Die Katzen fürchten sich dann immer ein bisschen, die mögen das nicht. Dafür kann man bei Regen alle Türen offen lassen und sie hauen trotzdem nicht ab.

Gestern hatten wir Schafe im (Vor-)Garten. Ein dringendes Zeichen, mal wieder das Grünzeug abzusäbeln. Hier gibt es nämlich keine Weiden für Schafe, Kühe und Ziegen, wahrscheinlich weil alle Flächen für Reisfelder gebraucht werden. Während letztere den ganzen Tag an einem Baum angebunden herumstehen oder in einem kleinen Stall versauern (ich hab jedenfalls noch nichts anderes gesehen), gehen die Schafbesitzer mit ihrer kleinen Herde spazieren. Das ist schön und nützlich, sie hätten das Gebüsch vor unserem Haus ruhig noch mehr dezimieren können. Nur Nina hatte riesigen Respekt vor den großen Tieren, sie kennt ja nur Hühner und andere Katzen.

Silvester haben wir nicht groß gefeiert. Ich bin eigentlich froh, den Jahreswechsel nicht in Deutschland zu verbringen, weil ich das Geböllere nicht mag. Hier wird das nur leider auch immer beliebter (sonst ist Feuerwerk nur im Ramadan und besonders zu Idul Fitri angesagt). Ich war in Arthurs Café und habe zur Feier des Tages nur ein bisschen geschrieben und dann einfach nur dem schnellen Internet gefrönt. 

Seit einigen Wochen koche ich fast täglich. Meistens gibt es verschiedene Gemüsearten aus dem Wok, gerne auch mit einem Ei drüber und möglichst wenig Kohlenhydraten. Als Ausnahme koche ich gerne auch mal Spaghetti mit Tomatensoße, Mie goreng oder Kwetiau. Aber was auch immer ich koche, viel Knoblauch muss da rein. Leider kann ich seit kurzem Knoblauch nicht mehr anfassen, schon der kleinste Kontakt beschert mir juckende Blasen auf der Haut und geschwollene Finger. Verrückt! In Deutschland hatte ich das nie! Aber der Knoblauch und viele Gemüse schmecken hier sowieso viel intensiver als dort. Kein Wunder, der Boden ist hier ein ganz anderer und wahrscheinlich wird hier noch sehr viel mikronährstoffbetonter gedüngt. Und wahrscheinlich sind hier noch viel mehr Schwefelverbindungen in der Luft, aus denen der Knoblauch dann seine Aromakomponenten zusammenbauen kann, die mir dann die Haut verpusteln.

Gestern habe ich eine neue Erkenntnis gewonnen: Meine Frangipani ist gar keine, sondern eine Wüstenrose (Adenium obesum). Keine Ahnung, wieso ich da nicht schon eher drauf gekommen bin. Jedenfalls ist sie giftig und kommt eigentlich gar nicht aus Asien. Trotzdem ist sie hier in Jogja eine äußerst beliebte Zierpflanze. Die Samen keimen angeblich ganz leicht, da freue ich mich doch schon drauf. Bereits neu ausgesät habe ich Samen der Drachenfrüchte, die ich in den letzten Tagen verspeist habe. Die sind aber ganz klein und ich bin gespannt, ob sich da überhaupt was rührt. Wasserapfel und Mango sind auch nichts geworden und die Schnecken haben all meinen Basilikum aufgefressen. Neu gepflanzt wird erst wieder im März, wenn wir aus Deutschland zurück sind.

Nun hat der Regen aufgehört. Ein bisschen Kaffee ist noch in der Tasse und die Finger sind aufgewärmt. Eine schöne Woche wünsche ich euch!

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