Freitag, 29. Mai 2015

Willkommen in der Trockenzeit!

Die Trockenzeit hat endgültig begonnen. Der letzte richtige Regen ist schon eine ganze Weile her, seitdem hat es noch dreimal für zehn Minuten geregnet. Jetzt ist es nicht mehr so tragisch, wenn man mal vergisst den Regenanzug mitzunehmen, weil man nicht mehr den Regen unter irgendeinem Vordach am Straßenrand in Begleitung anderer vergesslicher Leute abwarten muss, aber dafür ist es tagsüber viel wärmer als vorher und auf einmal muss man dauernd die Blumen gießen. Zur Trockenzeit gehört auch, dass beinah alle Kinder anscheinend ihre gesamte Freizeit damit verbringen, Drachen steigen zu lassen. Man sieht sie überall am Himmel, aber auch in Bäumen, auf Häuserdächern oder in Stromleitungen. Und es wird staubig, darum versuche ich mich wieder daran zu gewöhnen, bei längeren Motorradfahrten eine meiner bunten Gesichtsmasken zu tragen. Damit ist man auch besser getarnt. Mit der Trockenzeit beginnt auch die Zuckerrohrerntezeit und die Zuckerfabrik hier in der Nähe läuft wieder auf Hochtouren, pustet schwarzen Qualm in den Himmel und verseucht den Fluss.  Ganz Klasse. Mit Zuckerrohr überladene Trucks schwanken wieder tagtäglich dorthin, um ihre Ladung abzuliefern. Ich glaube, ich habe noch nie einen solchen Truck gesehen und war dabei entspannt, weil die Dinger in den Kurven immer bedrohlich hin- und her schaukeln. 

In den letzten Wochen hatte ich sehr viel zu tun und habe dementsprechend viel Zeit vorm Laptop verbracht, darum hatte ich wenig Lust zum bloggen. Mittlerweile haben sich aber so einige niedliche Manfred-Fotos in meinem Telefonspeicher angesammelt und es gibt ja doch so einiges zu berichten. 
Wir waren mit Freunden mal wieder an unserem Lieblingsstrand, weil dort die Vorrunde eines internationalen Surfwettbewerbs war. So voll war es dort noch nie! Gut für einen Freund von Arthur, der dort ein Homestay hat (in dem wir natürlich immer übernachten), aber nicht so toll für die Müllsituation dort. Es ist schon ein wenig traurig, wenn man sich freut, weil jemand Müll in den Mülleimer tut. Hoffentlich ändert sich das irgendwann, bis dahin übe ich mich weiter in der Plastevermeidung. Ein paar Tage später waren wir an einem kleinen, hübschen und sauberen Wasserfall, nur zehn Minuten von unserem Haus entfernt.

Im Garten sieht es bisher ganz gut aus, auch wenn es einige Rückschläge gab. Ich habe Rosmarin, Oregano und Thymian in einer großen Plastebox ausgesät und fast alle Samen sind mit viel Begeisterung gekeimt und gewachsen. Nur leider kam nach den Keimblättern nur ein seeeeeehr langer Stiel und dann sind sie umgefallen. Da muss ich mir wohl beim nächsten Mal etwas anderes einfallen lassen. Auch die Kapuzinerkresse findet es hier nicht so toll. Es gab bereits drei Aussaaten, von denen immer nur eine oder zwei Samen gekeimt sind. Leider wurden die Jungpflanzen nach ein paar Blättern gelb und sind eingegangen. Jetzt habe ich eine neue Aussaat in der ehemaligen mediterranen Kräuterbox probiert, weil ich dort ein anderes Substrat verwendet und etwas Calcium eingemischt habe. Und siehe da, fünf kleine Kapuzinerkressen stehen dort nun nebeneinander. Ich werde sie möglichst bald in einzelne kleine Töpfchen pflanzen und hühnersicher draußen aufhängen. Arthur hat mir nämlich Regale für meine Töpfe gebaut, die ganz toll sind. Basilikum, Aubergine und eine Pflanze unbekannten Namens genießen dort jeden Tag die Sicherheit und die tropische Sonne. Der Basilikum riecht schon ganz lecker! Die Erdbeeren hatten es leider ziemlich schwer. Den ersten Topf haben die Hühner umgeworfen, Manfred den zweiten. Jetzt habe ich eine dritte Aussaat, die auch schon fleißig gekeimt ist und passe ganz besonders auf sie auf.

Vor ein paar Tagen gab es noch eine kleine Aufregung, weil wir eine Schlange im Haus hatten. Das war erst das zweite Mal, dass ich eine Schlange in freier Wildbahn gesehen habe (naja, unsere Küche eben), das erste Mal war es eine grüne aus dem Reisfeld, die dann zielsicher in Arthurs Motorrad verschwunden ist, hinter der Plasteverkleidung. Und nein, wir haben sie nie wieder gefunden. Dieses Mal war es eine braune mit weißem Muster und sie saß oben unterm Küchendach. Es war ihr wohl zu heiß draußen. Als wir sie mit der Taschenlampe angestrahlt haben, ist sie dann irgendwo zwischen Dach und Holz verschwunden, wir haben sie seitdem auch nicht wiedergesehen. Ich bin froh, dass sie einfach weggegangen ist, Arthurs Papa meinte, sie wäre wohl giftig gewesen. Wir haben dann ordentlich viel von diesen Anti-Moskito-Räucherspiralen abgefackelt und Salz verstreut, beides anscheinend Hausmittel zur Schlangenabwehr. Und ich muss den Prinzessinnenwein zurückschneiden, denn das war wohl ihre Leiter ins Haus.


Dann waren wir noch auf dem Europatag in der größten Uni hier und bei einem Musikfestival. Ich war endlich mal wieder beim Yoga und es war herrlich. Ich habe richtiges Sauerteigbrot mit Vollkorn drin gekauft, das ging aber nur weil es um die Hälfte reduziert war. Und nächste Woche sind wir auf der Hochzeit eines Freundes von Arthur eingeladen. Bis dahin muss ich unbedingt noch ein Kleid kaufen :)



Eins meiner neuen Topfregale.

Manfred wächst und gedeiht.

Die Schlange unterm Dach.

Ein toller Wasserfall. Mutige springen von oben hinunter.

Pappkartons und Katzen <3

Benzin!

So wird das Essen in einem Warung präsentiert.

Die Jogja City Mall. Das Allee Center ist nichts dagegen!

In der Mall kann man auch "Eislaufen", das Eis ist weißer Kunststoff und die Klimaanlage ist
hier sogar ein bisschen kälter als in der restlichen Mall :)

Manfred!

Chillen vorm Ventilator.

Ein Freund von Arthur hat ein Otterbaby gerettet.

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