Montag, 17. Februar 2014

Ein staubiges Wochenende.

Die letzten Tage haben wir im Ausnahmezustand verbracht. Das Haus unser Basecamp, das nur mit Schutzbekleidung verlassen werden konnte. "Wir gehen mal Kartoffeln suchen", wurde gesagt oder "Wann regnet es denn endlich?".
Was war passiert?

Donnerstag nacht, dreiviertel elf. Wir hören einen Knall, irgendwie explosionsmäßig, ich dachte an einen Schuss. Und dann noch mal. Kurz an Merapi gedacht, aber vielleicht wars ja doch nur eine Fehlzündung.
Am nächsten Morgen war die Welt dann voller weißer Vulkanasche. Die Bananenblätter hingen schwer hinunter, alles war still, eine Stimmung wie nach frischem Schneefall. Und es rieselte immer noch. Wir dachten wieder es wäre Merapi, der ausgebrochen war. Später fanden wir dann heraus, dass es der um die 300 km entfernte Gunung Kelud war, der uns die Asche beschert hat. Schon verrückt, dass das Zeug um uns herum ein paar Stunden vorher noch in einem Vulkan drin war.
Die Läden hatten fast alle geschlossen (wer will schon verstaubtes Essen kaufen?), man konnte ungefähr fünf Meter weit gucken. Eingemummelt in Regenanzug, Gesichtsmaske und Sonnenbrille konnten wir das Haus verlassen und kauften Kekse und Instantnudeln. Und ansonsten warteten wir auf den Regen, der die Sauerei wieder wegputzen sollte. Die Luft war trocken und staubig, das Haus dreckig und der Internetstick alle. Wenigstens gab es fast keine Moskitos und wenn man einen Stein in einen verstaubten Baum wirft, gibt es eine hübsche Wolke. Wir versuchten unsere Pflanzen und Motorräder zu putzen, nur damit sie ein Weilchen später wieder grau waren. 
Meine größte Sorge war der Flughafen, der natürlich geschlossen war. Und Sonntag kommt doch Robert her!


Gestern kam dann endlich der langersehnte Regen, so stark wie selten zuvor und jetzt ist Yogyakarta wieder etwas sauberer als vorher. Es wird noch ein paar Regengüsse dauern, bis die Asche weggespült ist, aber wenigstens macht morgen der Flughafen wieder auf und wir konnten das Haus putzen. Gunung Kelud hat sich auch wieder beruhigt und seine Asche ist gut für den Boden, es hat also alles seinen Sinn. 

Wen die deutsche Berichterstattung dazu interessiert, der kann zum Beispiel hier oder hier nachlesen.


Asche auf dem Motorrad.

Asche im Netz.

Wie Schnee nur staubig.

Der Nachbar - ein Farbklecks im grau-grün.

In der Stadt.

Arthur putzt Bananenblätter.

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