Donnerstag, 31. Oktober 2013

Peace, Happiness, Pancakes.

Der Regen ist da. Schon in den Nächten zuvor hat es oft geblitzt und gedonnert, aber erst am Montag, als ich gerade aus der Uni zurückkam, ging es richtig los. Das bedeutet, dass ich die Sachen in meinem Zimmer rechtzeitig in Sicherheit bringen muss, weil das Dach nicht ganz dicht ist (besonders Matratze und elektronische Sachen), man sich hopsend am Straßenrand die Regensachen anzieht und die Straße schon mal zum Fluss werden kann. Das ist nämlich nicht nur so ein bisschen Geniesel wie in Deutschland, nein hier kommt ordentlich was runter. Dafür ist danach die Luft herrlich frisch und das nächtliche Froschkonzert ist wieder da und lauter denn je. Ich muss mal eine Aufnahme machen, besonders der Bassfrosch ist herrlich. Kann man glatt zu tanzen.
Am Wochenende hatten wir Besuch aus Semarang. Unser Freund Engguh, der lange in Jogja gelebt hat und jetzt ein Art Center hat, kam mit einer Freundin her. Die beiden haben zwei Nächte in unserem Haus geschlafen, wir waren in Viavia in der Touristenstraße sehr lecker essen und haben am Montag morgen noch ein kleines Fotoshooting hingelegt. Es war sehr schön ihn mal wieder zu sehen und Quatsch zu machen. Engguh hat nämlich einen sehr eigenen Humor und mit ihm ist alles meistens sehr spontan. Auch Iris und ich haben am Wochenende noch ein Fotoprojekt umgesetzt, es geht um Sätze auf Englisch mit deutscher Grammatik. Werdet ihr gleich sehen :)
Montag hatte ich dann meinen Lieblingsunterricht, Musik aus Sunda. Wir lernen ein neues Stück, das ein bisschen komplizierter als das erste ist. Das zentrale Melodieinstrument ist die Bonang, darum lernen wir die Melodie zuerst. Das läuft so ab, dass der Lehrer das Stück in kleine Teile zerlegt, einen Teil vorspielt und dann jeder einzeln drankommt und nachspielt. Dabei ist es besonders wichtig darauf zu achten, wann man den linken und wann den rechten Schläger benutzt. Sonst verknotet man auf einmal seine Arme oder so. Einer meiner Mitstudenten hat permanent den falschen Arm benutzt, daraufhin hat der Lehrer einen Berlinwitz gemacht, so in der Art: Hier ist die Grenze und da kann man nicht einfach so drüber. Erst dann hat er gemerkt, dass ich ja aus Deutschland bin, aber ich fand das ziemlich interessant, denn hier wissen nicht so viele Leute über die deutsche Geschichte, vor allem die DDR-Zeit, Bescheid. Die sundanesische Musik ist jedenfalls wunderschön, ich liebe es, die Bonang zu spielen und ich spüre, dass die Musik etwas in mir berührt und das ist toll.

Am Montag abend war dann in der ISI das Home Concert der Tanzklasse und der Ethnoklasse von 2011. Budi hat auch mitgespielt und dafür jeden Abend bis spät in die Nacht geprobt. Dort habe ich ein paar Leute aus meiner Klasse getroffen. Das Konzert war der Hammer, die Tänzer waren supergut und die Musik war fantastisch. Die Musik setzte sich aus traditioneller Musik aus Lampung (Sumatra), Bali, Jogja und Papua zusammen, die Tänzer haben entsprechend getanzt und die Kostüme waren auch darauf abgestimmt. Es gab auch viel Spaß, in einer Szene tanzt der Haupttänzer (der durch die Kulturen reist, das war wohl die Story) mit einem Mädchen und es gab dann noch mehr Paare. Dann gingen alle ab und drei Tänzerinnen gingen mit langen Tüchern ins Publikum und "fingen" sich jede einen Mann ein, der dann mit ihnen tanzen musste. Eine von ihnen hatte sich wohl einen Dozenten geschnappt, herrlich. 
Weil ich fast auf der Bühne stand, konnte ich gute Fotos machen. Niedlich war meine Mitschülerin Wanti, die nach dem Konzert unbedingt ein Foto mit einem der Tänzer haben wollte. 

Am nächsten Tag gab es Soto zum Frühstück (Gemüsesuppe mit Reis, in meinem Fall ohne Huhn) und später fuhr ich in die Uni zum Gamelanunterricht (Gamelan aus Jogja). Diese Musik ist nur ziemlich langsam und macht mich immer müde. Darum setze ich mich gerne an den großen Gong, da muss man die ganze Zeit mitzählen und kann dann alle 30 Sekunden mal schön auf den Gong schlagen und sich dann freuen, dass man richtig lag. Abends bin ich mit Arthur zum Bintang Café gefahren, wir haben vorm Circle K (eine Art Spätshop) gesessen, Bintang Bier getrunken und geredet. Man kann schön die Touristen beobachten und im Café hat eine Band Songs von den Cranberries und Nirvana gespielt. 
Gestern war Iris dann wieder auf den Beinen, wir konnten zusammen frühstücken und dann bin ich in die Uni gefahren, um Musik aus Kalimantan und wieder Sunda zu lernen. Im Kalimantan-Unterricht habe ich endlich das erste Mal Kendang gespielt, das ist eine Art zweiseitige Trommel, die man vor sich legt und dann links und rechts oder gleichzeitig draufhaut. Eine gute Übung für mein unterentwickeltes Rhythmusgefühl. Außerdem habe ich meine erste Post aus Deutschland bekommen. Robert hat mir meine Klarinettenblättchen geschickt, weil ich blöderweise die falschen gekauft und mitgenommen habe. Danke schön! Besonders die Nachbarn freuen sich sehr :) Demnächst kommt dann sicher auch das Geburtstagspaket an.
Und heute habe ich frei, wir waren schon im Masakan Padang essen und haben unseren Müll weggebracht. 
Nachdem ihr jetzt wisst, wie meine letzten Tage so waren, werde ich nun einen ganzen Haufen Fotos hochladen. Viel Spaß!


Papuatanz mit Peitsche.
Lampungtanz/-gesang.

Haupttänzer mit Orchester im Hintergrund. Hinter der Säule sieht man Budi.

Sonnenbrillen als modernes Element.

Baliprozession.

Foto des Fotos eines anderen Fotografen.

Schirmtanz.

Warum wollte Wanti eigentlich kein Foto mit ihm?

Papua again. 


Es rauscht.

Burger! Pommes! Mozzarella!

Whatever this is...


Woooow, ein Funkauslöser!

Aufs Foto klicken macht es übrigens größer.

Dann kann man die Zettel besser lesen.

1 Kommentar:

Wenn ihr mir etwas sagen möchtet, eine Frage habt oder euch einfach nur mein Text gefallen habt, dann schreibt einen Kommentar. Danke schön!